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Der Tannenschütz : Weihnachts-Novelle für 1851 / von Otto Müller
Entstehung
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% Kultur gewinnt ihm, ſelbſt beim angeſtrengteſten Fleiße, kaum des Lebens äußerſte Nothdurft 3 Die Vieh⸗ zucht, gefördert von den an würzigen Kräutern reichen, oft ſtundenlangen Berghaiden, bildet den vornehmſten Nahrungszweig dieſer armen Gegend, während der Boden, neben uralten Waldungen, faſt Nichts erzeugt als Hafer, Flachs und Kartoffeln, dazu einige ver⸗ krüppelte Steinobſtbäume, die aber nur ſelten einen ſpärlichen Herbſtertrag abwerfen.

Es iſt ein trauriges Land, dieſer Oberwald mit ſeinen alten Dörfern, ſeinen alten Wäldern und alten Baſaltkuppen, deren ſchwarze Häupter Vorberge Gipfel krönen. Allerdings hat auch ſeine freundliche Jahreszeit und zeigt dann manche romantiſche Naturſchönheit. Dann bedecken ſich die Berghaiden über und über mit blühendem Ouendel und Thymian, was der Landſchaft ſtundenweit ein eigenthümlich reizendes rothbraunes Kolvrit verleiht. Aber im Winter, der hier eben ſo ſchneereich iſt als der Sommer nebelduftig, wenn der rauhe Nord über die beeiste Hochebene fährt und Wege und Dörfer faſt ganz unter Flugſchnee begräbt, ſo daß kaum noch der ſchwere Rauch einen Ausgang durch die dunkeln Stroh⸗ dächer findet, magſt du dich vergebens nach einem freundlichen Ruhepunkt für das Auge umſehen. Weit breit liegt dann A und öde vor ir