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Darum wohl der Welt, daß es ſo iſt; daß ſo viele Seelen⸗ größe, ſo viel herrlicher Hervismus des Herzens, ſo viel reiner Adel des Geiſtes und Gemüthes ungekannt und ungenannt dem tönenden Pfeil des zürnenden Gottes erliegen, unverſtanden wie ein Räthſel, dem hienieden keine Löſung beſchieden, aus dem Leben gehen, ohne daß ſie je ein Auge fanden, das ſie zu würdigen und zu beweinen verſtand.
Es gibt eine alte Geſchichte, rührend⸗leidvoll und traurig, werth, daß ſie ewig jung bliebe in Schrift und Gedächtniß aller guten Menſchen. Das iſt die
Geſchichte von jener Liebe, die in Treue bis zum Tode verſöhnen wollte, was Haß und Schuld an Unheil in der Familie angerichtet. Wer kennt ſie nicht, dieſe rührende Geſchichte, auf dem reinſten Blatte der An⸗ nalen Verona's mit unvergänglichen Zügen verzeichnet, die Geſchichte von Romeo und Julia? Klingt ſie doch aus jedem Nachtigallenlied, duftet aus jeder Frühlings⸗
roſe! Und Lied und Roſe ſorgen dafür, daß dieſe
Geſchichte ewig jung bleibt und die Thränen ihrer
Uuſt und ihres Leides niemals ausgeweint werden.
Wie ein in dunkler Erdennacht verlorener Strahl der wigen Liebe wandelt ſie durch alle Zeiten und Zonen und ſucht immer von Neuem das himmliſche Licht, von
welchem ſie ausging. Jahrhunderte lanz liegt ſie dann
wieder in Mythendämmerung begraben, und nur der


