Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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erklärte, in ein ſolches Verhängniß, worin die ewige Vor⸗ ſehung ſo ſichtbar walte, dürfe der Menſch ſeine Hand nicht miſchen; darum ſolle Roderich im Frieden von dannen ziehen und ſein ehemaliger fürſtlicher Gönner wolle ſogar noch ſeinen perſönlichen Einfluß bei dem befreundeten Nach⸗ barhofe geltend machen, damit nicht nur ſein unglücklicher Jugendprozeß niedergeſchlagen, ſondern ihm auch die durch den Tod des Vaters erledigte Pfarre am Neckar zu Theil werde.

Das iſt mehr als Fürſtengröße das iſt Menſchen⸗ größe! rief der Rittmeiſter und ſank erſchüttert in des Freiherrn Arme.O lieber Bebra, nun bin ich auch um meines Kindes Loos nicht weiter mehr beſorgt; denn ein ſo edelmüthiger Herr kann ein unſchuldiges Mädchen, das allein ſeiner Herzenseingebung folgte, nicht ungerecht verdammen!

Im Gegentheil, mein verehrter Freund, verſetzte Helmroth, mit Wärme ſeine Hand ergreifend;Seine Durchlaucht erklärte uns vorhin ausdrücklich, Ihre Tochter habe ſich in dieſer entſetzlichen Geſchichte, bei welcher das Glück, der Frieden, ja die Ehre des erlauchten Hauſes nahezu auf dem Spiele ſtanden, der Liebe und Dankbar⸗ keit aller dabei betheiligten Perſonen auf's Höchſte würdig gemacht. Der Fürſt entläßt Fräulein Serena zwar, wie es auch nicht anders der Fall ſein kann und wie ſie ſel⸗ ber es ausdrücklich wünſcht, ihres Dienſtes bei der Prin⸗ zeſſin; aber zum Danke für ihre ſo ſeltene Hingebung an die Perſon der armen erlauchten Dame, und für den in ſo außerordentlicher Lebenslage bewieſenen hohen Muth, hat er ihr und ihrem trefflichen Vater eine Freude zugedacht, die Sie Beide über Seine fernere gnädigſte Geſin⸗ nung nicht länger im Zweifel laſſen wird. Noch heute ſollen nämlich drei Hauptmannspatente ausgefertigt werden und morgen mit Eſtafette nach Inſterburg zu unſerem Truppen⸗