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merdiener; der ergriff den halbohnmächtigen, an ſeiner letzten Kraft gebrochenen Mann ſchweigend am Arm, führte ihn die Treppe hinunter und geleitete ihn dann auch noch, ohne ein einziges Wort zu ſprechen, aus dem Schloſſe bis an's Thor des Demann'ſchen Hauſes. Im Hofe kam ihm der Leibmedikus entgegen:
„Mein Gott, wie konnten Sie aber auch wagen...!“ rief dieſer, betroffen über das gänzlich verſtörte Ausſehen ſeines Hausgenoſſen und führte ihn ſodann hinauf in ſeine Stube, wo Roderich ohne einen Laut auf das Sopha nie⸗ derfiel und mit beiden Händen ſein Antlitz bedeckte.
Ein einziger Blick hatte ihm gleich bei ſeinem Eintritt Alles, was er ſchon wußte, zu einer noch furchtbareren Gewißheit gemacht: der Prinz war fort und ebenſo war das lebensgroße, in Hel gemalte Porträt der Prinzeſſin von der Stelle an der Wand verſchwunden, wo es ſeither neben dem des verſtorbenen Gemahls gehangen hatte.
Der Leibmedikus trippelte unruhig und unentſchloſſen
in der Stube auf und ab; bald ſtand er, mit den Fingern
gegen die Scheibe trommelnd am Fenſter, bald mit ver⸗ ſchränkten Armen vor dem regungslos daſitzenden Roderich. Er huſtete, er räuſperte ſich; zuletzt, als Jener ſich durch⸗ aus nicht aus ſeiner Apathie herausreißen laſſen wollte, brach er das lange Schweigen und ſagte:
„Ich bin weit davon entfernt, Ihnen in dieſer für Sie ſo ſchrecklichen Lage mit Tröſtungen und Rathſchlägen läſtig fallen zu wollen. Haben Sie aber irgend einen Wunſch, den ich Ihnen erfüllen kann, erfüllen darf, ſo ermächtigt mich die ausdrückliche Erlaubniß Seiner Durchlaucht dazu, Ihnen nützlich zu ſein.“
Da zuckte Roderich ſchreckhaft zuſammen, ließ die Hände langſam vom Antlitz niederſinken, blickte ſeinen Hauswirth eine Weile aus erloſchenen Augen ſtumm an und ſagte


