Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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lich überreichen wollte, ſagte der Gelehrte mit tonloſer Stimme und fuhr ſich dabei mechaniſch mit der Hand über die Stirne, durch deren Poren ein kalter Schweiß hervor⸗ zudringen begann.

Bedauere, daß ich Sie dennoch nur unter dieſer Bedingung anmelden kann, entgegnete der Andere finſter.

Nun denn in Gottesnamen ſo muß ich mich in das Unabänderliche fügen! keuchte Roderich nach einer furchtbaren Pauſe wie vernichtet hervor.Ich gebe die mir befohlene Arbeit in Ihre Hände, mein Herr, und warte, bis Seine hochfürſtliche Durchlaucht geruhen werden, mich ſpäter zur Audienz zu befehlen.

Der Adjutant lehnte jedoch das Manuſtript, welches ihm Jener bei dieſen Worten überreichen wollte, mit einer kurzen Handbewegung kalt ab und ſagte:

Seine Durchlaucht haben befohlen, daß Sie ſich in Allem, was Ihr früheres Verhältniß zum Hofe betrifft, an den Gouverneur des Prinzen Leberecht, Kapitän von Clau⸗ dius, wenden möchten.

Roderich ſah ihn ſprachlos an; was in dieſem Moment in der Seele des unglücklichen Mannes vorging, wußte außer ihm nur Gott allein; denn wie von einem jähen Schlage gelähmt, ſtand die hohe hagere Geſtalt, das Haupt mit dem todtbleichen gramdurchfurchten Antlitz und den ſchwarzen Locken auf die Bruſt niedergeſenkt und den glühen⸗ den Flammenblick ſtarr auf den Boden geheftet, eine Weile regungslos vor den beiden Herren, die ihn erwartungsvoll anſahen. Dann machte er eine raſche heftige Bewegung, wobei ſich ein ſchwerer Seufzer der beklommenen Bruſt ent⸗ rang und ſeine Hände krampfhaft die Mappe zuſammen tnickten, murmelte dumpf vor ſich hin:O mein Lebe⸗ recht! und verließ mit wankenden Schritten das Zimmer. Draußen auf dem Korridor ſtand des Fürſten alter Kam⸗