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inneren Raum ſtanden mehrere Lakaien und Hoffouriere; auch dieſe traten, ſobald ſie ſeiner anſichtig wurden, beſtürzt zurück, aber keiner grüßte wie ſonſt ehrfurchtsvoll den Freund und Vertrauten ihres fürſtlichen Gebieters; viel⸗ mehr folgten ihm auch hier nur ſtaunende Blicke, da er die Treppe nach den Gemächern des Herrn hinaufſtieg.
Im Vorzimmer befanden ſich der Adjutant und der dienſtthuende Kammerherr. Als Roderich eintrat, machte er an der Thüre ſein gewohntes kurzes Kompliment, und ging dann raſch auf den Kammerherrn zu; aber wiewohl er ſich ſichtlich Gewalt anthat, um ſeine innere Bewegung zu beherrſchen, war doch ein leiſes Zittern der Stimme bemerk⸗ bar, da er ihn fragte, ob Seine hochfürſtliche Durchlaucht ſich allein in Ihrem Kabinet befänden, in welchem Falle er ihn zu melden bäte. Der Kammerherr ſah den Adju⸗ tanten zögernd an; dieſer, ein ſtattlicher Offizier, maß Roderich erſt mit einem befremdeten Blick vom Kopf bis zu den Füßen und ſagte dann mit ſchneidendem Hohne, indem er ihn ſcharf fixirte:
„In welcher Eigenſchaft ſoll ich Sie Seiner Durchlaucht melden, mein Herr?“
„Wie, Herr von Schaumburg, kennen Sie meinen Namen und meine Stellung bei Hofe nicht?“ ſtotterte Ro⸗ derich auf's Aeußerſte verwirrt und wechſelte die Farbe. „Ihren Namen— wer weiß— aber Ihre Stellung bei Hofe— die kenne ich nicht,“ entgegnete der Adjutant trocken.„Es iſt der ausdrückliche Befehl Seiner Durch⸗ laucht, Sie nur dann zur Audienz zu melden, wenn Sie zuvor Ihren wahren Namen angeben würden. Denn * einen Doktor Roderich kennen Höchſtdieſelben ſeit ehegeſtern nicht mehr!“
„Ich folge nur dem Befehl Seiner Durchlaucht, indem ich eine in hohem Auftrage ausgearbeitete Schrift perſön⸗


