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burſchiloſem Genre mit den Gerichten ſeiner Heimat in Konflilt gekommen, und mehr aus jugendlicher Unerfahren⸗ heit als aus wirklicher Noth landesflüchtig geworden ſei. Das einzig Merkwürdige an der ganzen Alltagsgeſchichte ſei der originelle Einfall, den er gehabt, daß er den gegen ihn erlaſſenen Steckbrief faſt umgehend mit der falſchen Nachricht von ſeinem in Holland erfolgten Tode beantwortete; während in der Wirllichkeit ein alter katholiſcher Weltprieſter in der Gegend von Bonn ſich des unglücklichen Jünglings angenommen habe, als Roderich in ſeiner Verzweiflung eben den Sprung in die Fluten des Rheines, wo dieſer am tieſſten, hätte wagen wollen.— Dieſer wahrhafte Sama⸗ riter habe, gerührt von ſeinem Unglück, zu dem Heile ſeiner Seelenrettung ſpäter auch noch die materielle Hülfe gefügt und den hochbegabten jungen Mann unter ſeinem eigenen Familiennamen als Adoptivſohn angenommen. Roderich habe, ſogar auf den ausdrücklichen Wunſch ſeines Wohl⸗ chäters, ſein unterbrochenes Studium der proteſtantiſchen Theologie an einer norddeutſchen Univerſität fortgeſetzt und in einem glänzend beſtandenen Staatsexamen ſo rühmliche Beweiſe ſeiner Kenntniſſe und Fähigkeiten abgelegt, daß er auf die Empfehlung berühmter Lehrer am Bonner Lyzeum als Nachmittagsprediger in eine kleine Reſidenz Mittel⸗ deutſchlands berufen worden ſei.
Wie wir oben bemerkten, ſtimmte dieſe, wenn auch im⸗ merhin ungewöhnliche, doch noch lange nicht außerordent⸗ liche Lebensgeſchichte ſchlecht zu der romantiſchen Abenteurer⸗ rolle, die ihm das Reſidenzpublikum im Allgemeinen ſo gern zugetheilt hätte; wiewohl allerdings der ſteckbrieflich verfolgte ehemalige Student als intereſſanter Gegenſatz zu dem heutigen gefeierten Kanzelredner ſchon mehr nach dem Geſchmad der Leute war.
Anders freilich lautete über letzteren Punkt das Urtheil


