Jünßzehntes Kapitel.
Wr ſchon den meiſten Mitlebenden die näheren Um⸗ ſtände unbekannt geblieben ſind, welche den tragiſchen Ausgang von Roderich's Leben begleiteten, ſo fehlt uns auch über das letzte Geſpräch zwiſchen ihm und Helmroth jede nähere Nachricht. Nur das Eine können wir als eine damals vielfach verbreitete Meinung anführen, daß der Re⸗ gierungsrath nach einem mehrſtündigen Geſpräche die Ueber⸗ zeugung gewonnen habe, eine Berufung an die Gnade des Fürſten, damit der gegen Ventron eingeleitete Unter⸗ ſuchungsprozeß unter der Bedingung der ſofortigen Aus⸗
wanderung des Gefangenen nach Amerika niedergeſchlagen
werden möge, werde für den Informator eher nachtheilig als nützlich ausfallen. Nach einer andern, uns von einem mit Roderich perſönlich bekannten Manne zu Theil gewordenen Mittheilung ſoll dagegen dieſer ſelbſt von einem ſolchen Schritt auch in ſeiner äußerſten Rathloſigkeit aus ſehr triftigen Gründen Nichts haben wiſſen wollen; was allerdings einem weiteren Gerüchte zur Beſtätigung dienen würde, wonach der Fürſt kurz zuvor durch eine unbekannte Perſon aus ſeiner nächſten Umgebung von dem zwiſchen der Prinzeſſin und dem Erzieher ihres Sohnes beſtehenden zärtlichen Ein⸗ verſtändniß plötzlich Kunde erhalten habe und dadurch aufs Aeußerſte gegen Roderich aufgebracht worden wäre.
Ueber ſeine ſpäteren Lebensſchickſale, ſeit der unglück⸗ 5


