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dieſem Tage ſagte er mir, er halte ſich zuweilen unter fremdem Namen vorübergehend in der Gegend auf, gelte für einen ehemaligen Kandidaten der Theologie und verfer⸗ tige den Landleuten allerhand Schriftſtücke und Schreibereien. Zu der Zeit aber, von der ich Ihnen jetzt erzählen werde, führte er einen andern Namen, damals hieß der Verſucher und Verderber meiner Jugend— nein, meines ganzen Lebens— nicht Ventron, nicht Piſtorius— ſondern nannte ſich nach dem Familiennamen ſeines Vaters Robert Mün⸗ zer— ja wohl, Helmroth,— Sie hören hier in der That ſeinen einzigen richtigen Namen— jeder andere, den er ſpäter geführt haben mag, iſt falſch— aber mein Gott— was haben Sie, was ſoll dieſer Blick— dieſes Staunen — ach— bin ich Ihnen ſchon jetzt—?“
Hier ſtockte Roderich's Stimme; denn Helmroth war beim Klang jenes Namens, wie von einem elektriſchen Schlage berührt, mit einem Satz vom Sopha emporgeſchnellt bis mitten in's Zimmer; ſtand hier, die eine Hand wider die Stirne gepreßt, die andere, als wolle er in der Luft einen unſichtbaren Gegenſtand ergreifen, weit von ſich ausgeſtreckt, regungslos vor ihm und ſah ihn wie vergeiſtert mit Blicken und Zügen an, die ebenſoviel Staunen als Beſtürzung ausdrückten.
„Ah, ich errathe— Sie wiſſen ſchon mehr als ich dachte!“ ſtammelte Jener ganz außer Faſſung, wollte ſich gleichfalls vom Sitze erheben, ſank aber erſchöpft in den Sopha zurück.
„Erzählen Sie!“ ſagte Helmroth wieder ſo ruhig wie vorher, nahm ſeinen vorigen Platz wieder ein, und nach einer Pauſe begann Roderich mit gefaßter Stimme die Ge⸗ ſchichte Eugen Zimmermann's zu erzählen.


