Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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er nach einigem Zögern mit gedämpfter Stimme hinzu, wobei er ſich zugleich tiefer in die Sophaecke zurücklegte es wäre doch immerhin möglich, daß eines Tages der Prozeß jenes ſo vieler und ſchwerer Verbrechen angeklagten Räubers vor einem höheren Tribunal verhandelt würde, wo dann zweifelsohne die Reihe an mich käme, über den Höhegrad ſeiner Schuld und ſeiner Strafe nach meinem Eid und Gewiſſen als Richter zu urtheilen. Können Sie mir wohl in Rückſicht hierauf eine beruhigende Zuſicherung geben, daß Sie bereit ſind, Alles, was Sie mir jetzt in unſerem Privatgeſpräch über Ihr räthſelhaftes Verhältniß zu dieſem Verbrecher entdecken wollen, ſpäter bei Ihrer vielleicht nöthig werdenden gerichtlichen Zeugenvernehmung zu wiederholen?

Roderich verſetzte nach einer Pauſe mit einem ſchmerz⸗ lichen Lächeln, das ſeinen ohnedieß verſtörten Zügen einen noch gramvolleren Ausdruck verlieh:

Was Sie von mir über dieſen Menſchen jetzt erfahren ſollen, wird wohl niemals Ihr richterliches Gewiſſen be⸗ ſchweren; denn ich habe keine Anklage gegen ihn vorzubrin⸗ gen und eher möchte ich vielleicht demnächſt ſelber neben ihm vor Ihrem Richterſtuhle erſcheinen, als gegen ihn zu zeugen haben. Darüber ſeien Sie alſo ganz außer Sorge, mein werthgeſchätzter Freund, ſelbſt wenn ich Ihnen dieſen Namen nicht lange mehr geben darf! In meinem fürch⸗ terlichen Unglück, das Sie jetzt von mir hören ſollen, iſt mir der Name Ventron ganz und gar fremd. Denn an dem Tage, da mich mein finſteres Verhängniß nach einer mehr als zwanzigjährigen Trennung wieder im Walde mit ihm zuſammenführte, er mich auf den erſten Blick erkannte und mir nachſtürzte, um mich o wenden Sie nur ſchau⸗ dernd ihr Antlitz von mir ab, Helmroth um mich an unſer gemeinſames Jugendverbrechen zu erinnern an