Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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vor ſeinem Richter Aeußerungen gethan, die Sie, die Wahr⸗ heit derſelben vorausgeſetzt, ſchwer kompromittiren würden. Er droht für den Fall, daß Sie ihn wie er ſich aus⸗ drückt verleugnen oder ihm Ihren Schutz gegen wen iſt allerdings ſchwer zu ſagen verweigern würden, Ge⸗ ſtändniſſe abzulegen, die Ihnen geradezu verderblich werden müßten. Letzteres hat er in meiner Gegenwart am zweiten Morgen nach ſeiner Gefangennehmung wiederholt, und leider ſcheint er mir ganz der verworfene Menſch zu ſein, um dieſe Drohung, ſoweit es an ihm gelegen iſt, zur Wahr⸗ heit zu machen.

Er wird ſein Wort halten verlaſſen Sie ſich darauf denn er hat Ihnen bei Gott nicht zu Viel geſagt! murmelte Roderich dumpf vor ſich hin.

Wär's möglich! rief Helmroth erſchüttert die Hände zuſammenſchlagend, faßte ſich aber ſchnell wieder und ſagte mit nur wenig veränderter Stimme:

Sie kennen alſo dieſen höchſt gefährlichen Menſchen perſönlich? Aber bei dem Geheimerath von Demann be⸗ zeichneten Sie ihn doch nur als ein mauvais sujet, das Ihnen durch ſeine zudringliche Geltendmachung eines ſehr entfernten Verwandtſchaftgrades ſchon häufig läſtig gewor⸗ den ſei?

Ich habe dem Geheimerath nicht die Wahrheit geſagt, entgegnete Roderich immer mit der nämlichen tonloſen Flü⸗ ſterſtimme.Der Menſch iſt weder ein entfernter Verwandter von mir, noch heißt er Piſtorius oder Ventron, ſondern...

Halt, mein Freund! fiel ihm Helmroth mit einer ab⸗ wehrenden Geberde in's Wort und legte die Hand auf Roderich's Arm.Bevor wir in dieſer Sache weiter reden, muß ich eine offene Frage an Sie richten, die mir ſowohl meine amtliche Stellung, als Ihr nahes Verhältniß zu un⸗ ſerem Hofe nothwendig macht. Denn es wäre doch, ſetzte