Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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Garten, bis Helmroth zu ihm trat und ſtumm die Hand auf ſeine Schulter legte. Da drehte ſich Jener haſtig um, ſein irrer Blick begegnete dem des Freundes, der ihn feſt und ruhig, doch mit einem Ausdruck tiefer Sorge in der Miene anſah, worauf Roderich mit dem Weſen eines tiefer⸗ ſchütterten Mannes ſeufzend beide Hände vor die Augen ſchlug und ſich mechaniſch von dem Regierungsrath nach dem Sopha führen ließ.

Ich habe Sie ſchon ſeit zwei Tagen erwartet, nahm

dieſer nach einer Pauſe mit gepreßter Stimme das Wort und zog ihm dabei ſanft die Hände vom Antlitz.Aber vor Allem müſſen wir uns offen in die Augen blicken; denn das, was Sie zu mir führt, wird heute zum erſten und ganz gewiß auch zum letzten Mal in dieſem Leben zwiſchen uns beſprochen; darum iſt Offenheit und volles gegenſeitiges Vertrauen das Erſte, was Einer von dem Andern erwarten kann. Alſo zur Sache, mein Freund! Sie wiſſen bereits, wen Sie bei Ihrer neul lichen Anweſen⸗ heit im Pfarrhauſe Ihres wackeren Schützlings Albert an's Meſſer der Juſtiz geliefert haben?

Roderich ſah bei dieſer Frage den Regierungsrath mit einem ſeltſam verſchleierten Blick wie träumeriſch an, ſenkte dann das Haupt tief auf die Bruſt herab und erwiederte kaum hörbar:

Ich weiß es!

Sie haben damit, fuhr Helmroth bewegt fort,der Menſchheit jedenfalls einen größeren Dienſt geleiſtet, als ſich ſelber; denn der hier in Rede ſtehende Verbrecher hat nicht bloß zu einer Zeit, wo er ſich noch auf freiem Fuße befand, auf Ihre ehemalige Freundſchaft gepocht und ſich Dinge aus Ihrem vergangenen Leben zu wiſſen gerühmt, auf deren Geheimhaltung Sie den größten Werth legen müß⸗ ten; er hat auch ſogar neuerdings in ſeinem Gefängniſſe und