Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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geſtellte Zimmer, deſſen Thüre Letzterer nach ihrem Eintreten vorſichtig verriegelte. Dabei nahm ſein noch eben unbefan⸗ genes Benehmen mit einmal ein ſonderbar feierliches und unentſchloſſenes Weſen an und er ſchien mit ſich zu kämpfen, wie er dem Informator auf gute Art und ſo ſchonend als möglich den für dieſen ſo fatalen Fall vortragen ſolle. Er richtete zuerſt mit auffallender Unruhe mehrere gleichgültige Fragen an denſelben, wobei er ihn zuweilen aus den kleinen ſtechenden Augen mit einem ganz eigenen mitleidigen Blick anſah; bis Roderich, den dieſes Benehmen nicht wenig be⸗ fremdete, ihn zuletzt in ſichtbarer Spannung fragte, ob die Sache, die er ihm mittheilen wolle, vielleicht doch nicht ſo ganz unwichtig für ſie Beide ſei, als der Herr Geheimerath ihn habe vermuthen laſſen? Da ſchlug ſich der ſchlaue Fuchs wie im Aerger über ſeine Bedenklichkeit mit den drei Mittelfingern der rechten Hand klatſchend vor die Stirne, murmelte mit heiſerem Kichern einige unverſtändliche Worte in den Bart und verſetzte dann:

Meiner Seel', Herr Doktor! Die Sache, die ich Ihnen im Vertrauen mittheilen wollte, iſt für den Einen von uns

ſo wenig erheblich als für den Andern. Sie werden dar⸗

uber gewiß ebenſo herzlich lachen wie ich es ſelber that, da man ſie mir erzählte.

Und doch verriegelten Sie zuvor ſo vorſichtig die Thüre? fragte Roderich, dem das Benehmen des Geheime⸗ raths immer unerklärlicher wurde.

Das iſt ſo an dieſem Orte meine Gewohnheit,! häl kicherte der Leibmedikus hüſtelnd.Denn Sie dürfen mirs glauben, Freund, daß hier in dem Zimmer ſchon mehr als ein wichtiges Geheimniß verhandelt wurde, von dem weder ich noch ſonſt ein Menſch ſpäter begriff, wie es aus dieſen vier ſtummen Wänden den Weg in das große Publikum fand! O man muß die Welt kennen, wie ich