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von jetzt an faſt nur noch ausſchließlich beſchäftigen werden! — Da hängt der furchtbare Fels, der ihn zerſchmettern ſoll, ſchon jahrelang in ſchwindelnder Höhe ſcheitelrecht über ſeinem Haupte; längſt hat er ſich daran gewöhnt, ohne Grauen zu der drohenden Gefahr hinaufzublicken, baute ſogar die Hütte ſeines ſtillen Glückes, ſeines wiedergewon⸗ nenen Friedens mit ſich, mit Gott und der Welt unmittel— bar unter den furchtbaren Felſen; rings umblühte ihn, den Gefährdeten, ein reiches ſeltenes Glück voll herrlicher und entzückender Farben; vielleicht, daß ſogar die jahrelange Gewohnheit an den finſteren Anblick ſeine freudige Zuver⸗ ſicht, ſein Gottvertrauen noch erhöhte und eine von gnädi— gen Himmelsmächten ſichtbar beſchützte hohe einzige Liebe ſeinen Geiſt mit einer Weihe verklärt, die ſelbſt den auf ſeinem vergangenen Leben ruhenden Fluch endlich noch ver⸗ ſöhnen zu wollen ſcheint! Da mit einmal löst ſich ein kleiner Stein von der ſtützenden Unterlage los und rollt als warnenber Vorbote des nahenden Unheils in die Tiefe; dieſem folgt bald ein zweiter, ein dritter— beſtürzt blickt der Bedrohte empor— der Fels hängt noch immer in der gewohnten ſchauerlichen Schwebe unbeweglich über ſeinem Haupte— doch iſt die Angſt in ſeiner Seele erwacht, das ſichere Selbſtvertrauen entſchwunden; er lauſcht mit athem⸗ loſer Spannung auf jedes neue unheimliche Warnezeichen aus der Höhe und bald auch aus der Tiefe, ſchon denkt er ernſtlich an ſeine Rettung vor der drohenden Gefahr— aber erſt gilt es, auch noch andere theuere und heilige Güter— ihm mehr werth als das eigene Leben— dem Verderben zu entreißen— dieſe angſtvolle Sorge läßt ihn ſelbſt das nahende Unheil vergeſſen, verwirrt ihm die Sinne, täuſcht ſein ſonſt ſo ſcharfes Auge über die eigene Gefahr, und plötzlich begräbt ihn, den der Himmel noch einmal ſichtbar
erretten wollte, der ſtürzende Fels tief unter ſich im Ab⸗ Müller, O., Roderich. II.


