Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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Allerdings ſprachen neben dieſen noch andere, kaum minder gewichtige Gründe bei dem Oberjägermeiſter für Serena's Verbleiben in ihrer noch jüngſt ſo vielbeneideten Stellung bei der Prinzeſſin. Denn zu den räthſelhaſten Umſtänden, welche ihm und den Freunden Roderich's Per⸗ ſon ſchon vorher myſteriös genug gemacht hatten, kam nun noch, um ſie vollends ein tiefes, höchſt merkwürdiges Ge⸗ heimniß ahnen zu laſſen, die neue ſichere Entdeckung des zwiſchen ihm und der Prinzeſſin beſtehenden zärtlichen Ver⸗ hältniſſes hinzu eine Entdeckung, die es den drei Freun⸗ den ſogar zur höchſten Pflicht machte, dem angeblichen Jugendfreunde eines Ventron von nun an eine noch größere Aufmerkſamkeit zu widmen als früher, und auf alle ſeine Schritte und Handlungen ein wachſames Auge zu haben.

Denn hier handelte es ſich ja nicht mehr bloß um die Befriedigung einer allerdings ſehr gerechtfertigten Neugierde; nicht mehr bloß um den Privat⸗Charakter und die myſteriöſe Vergangenheit einer ſo ſehr bevorzugten, geiſtig bedeut⸗ ſamen Perſönlichkeit; hier galt es das unmittelbare Intereſſe der fürſtlichen Familie ſelber, galt das Glück und den Ruf einer Dame, die in ihrer hohen iſolirten Stellung vielleicht nicht einmal die dunkeln Schickſalsverkettungen ahnte, welche den Gegenſtand ihrer geheimen Liebe zum Jugendgenoſſen eines dem peinlichen Gericht auf Leben und Tod verfallenen Böſewichts machten!

Daher mußte ihnen vor Allem daran gelegen ſein, in der unmittelbaren Nähe der Prinzeſſin Jemand zu haben, der mit aufrichtiger Hingebung für die Perſon der erlauch⸗ ten Frau Takt und Scharfblick vereinte, um auf jeden Vor⸗ gang in ihrer Umgebung zu achten und im Bunde mit

ihnen entſchloſſen war, ſelbſt auf die Gefahr einer ſchwe⸗

ren Verantwortlichkeit hin Alles zu thun, um das bedenk⸗