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einer Weltanſchauung verlor, deren Iſisſchleier noch keines Sterblichen Hand gelüftet hat.
Niemand in ſeiner Umgebung, nicht einmal das ſonſt ſo ſcharfe und hellſehende Auge der Liebe, entdeckte jedoch das Mindeſte von dem, was in Roderich's Seele vorging. Die Prinzeſſin war in dieſen Tagen der tieſſten Aufregung allein mit dem Plan zu ihrer ſchleunigen Abreiſe beſchäftigt; und die Vorſicht, die ſie, um keinen Verdacht zu erwecken, bei ihren geheimen Vorkehrungen beobachten mußte, ließ ſie alles Andere überſehen.
Dabei war es für Serena eine auffallende Wahrnehmung, daß Aurelie nach jenem Geſpräche mit dem Informator gegen ſie mit keiner Silbe der wichtigen Frage erwähnte, die doch nach Roderich's ausdrücklicher Verſicherung den Schlußſtein zu ihrem Glücke bilden ſollte; die Frage nämlich, ob die Freundin ihr nach dem neuen Aufenthaltsorte folgen, oder aus Gründen, die allerdings der Prinzeſſin hinreichend bekannt waren, einem andern, mächtigeren Zug ihres Herzens ſolgen wolle?— Hatte ſie ſelber die Hoffnung, Serena für die Dauer an ſich zu feſſeln, bereits ſo gut wie aufge⸗ geben? Oder wollte ſie vielleicht die Entſcheidung bis zum äußerſten Moment hinausſchieben, um es der Freundin dadurch unmöglich zu machen, ſich noch in der letzten ver— hängnißvollen Stunde von ihr loszureißen? Oder fehlte ihr der Muth, dieſes große Opfer, nachdem Serena ſchon gegen Roderich dieß und jenes Bedenken geäußert hatte, noch einmal perſönlich von ihr zu fordern— genug, Letz⸗ tere bemerkte ſo wenig eine Veränderung in dem herzlichen Benehmen der Prinzeſſin gegen ſie, daß ſie zuletzt allen Ernſtes auf den Verdacht gerieth, der Informator habe ihr jenen Vorſchlag ohne Wiſſen Aureliens gemacht und dieſe ſelbſt ahne noch nicht entfernt, daß die Freundin bereits ihren ganzen verhängnißvollen Plan kenne und durch Roderich


