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geben zwang— eine ſolche Entdeckung, ein ſolcher, aus heiterem Gewölke plötzlich niederfahrender Blitzſchlag, — wer hätte es Roderich verdenken wollen, wenn er ſich davon wie von den Schauern einer nahenden, letzten Schick⸗ ſalskataſtrophe angeweht fühlte!— Alle leidensvollen Erin⸗ nerungen, alle alten längſtverblaßten Geſtalten ſeiner Ver⸗ gangenheit lebten ja plötzlich wieder vor ſeinem Geiſte auf, er ſtand wieder mitten drinnen in ſeinem alten Verhängniß, und die Vaterhand ſelber hatte ihm mit friſcher deutlicher Schrift noch einmal den unentrinnbaren Fluch ſeines Lebens ſchwarz auf weiß geſchrieben!
Dahin war die Verſöhnung und die tröſtende Gewißheit von der endlich geſühnten Schuld ſeiner Jugend, die er noch vor wenigen Monaten am eingeſunkenen Grabhügel der Mutter unter heißen Thränen und Gebeten gefunden zu haben hoffte; vergebens hatte ihr verklärter Geiſt aus den Sterngefilden ihres ſeligen Friedens ihm gelächelt; vergebens hatte er an jenem Abend, ein anderer verlorener, nur noch tauſendmal unglücklicherer Sohn als der des
neuen Teſtamentes, ſeine Lippen in ſcheuer Ehrfurcht und
Andacht auf die Thürklinke der Gartenpforte gedrückt, die des theuren Greiſes Hand täglich zu berühren pflegte— der Anblick jenes alten, ihm nur zu wohlbekannten Büch⸗ leins mit des Vaters faſt noch friſcher Handſchrift, dazu die Entdeckung von Serena's naher und inniger Beziehung zu dem geliebten Freund und Lehrer ihrer Jugend: dieß Alles im Vereine mit der Gewißheit, dem wie durch Gottes Fügung ſeinem gegenwärtigen Leben ſo nahe gerückten Mädchen an jenem Abend ſchon einmal auf dem Weg zum Grabe der Mutter begegnet zu ſein, machte auf Roderich's ganze Seelenſtimmung einen ſo wunderbar ergreifenden und bewältigenden Eindruck, daß er ſich wie von dunklem Zauber umfangen vorkam und ſich mit ſeinem Geiſte in den Labyrinthen


