Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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Eindruck auf ihn aus, daß er ſelber über die ſonderbare Fabelgeſtalt lächeln mußte, welche hier langſamen Schrittes nach dem Kommandoruf eines graubärtigen Wachtmeiſters von dem Huſarenkorps:„Eins— zwei, Eins— zwei!“ zwiſchen den Säulen, die die gewölbte Decke der Halle trugen, einherging, wie ein Rekrut, dem die erſten Elemente des Marſchirens einexerzirt werden.— Es war ein junger, blaß ausſehender Menſch, der einen ſchweren eichenen Bot— tich in Geſtalt eines Krautſtänders auf den Schultern ge— ſtülpt trug, ſo daß oben aus einem runden Loche nur der Kopf herausſah. Von Außen war der Bottich mit den Landesfarben angeſtrichen; und wer nicht wußte, wie ſchwer dem Delinquenten das Tragen dieſes hölzernen Kragens wurde, auf den konnte dieſe Strafe höchſtens den Eindruck eines ärgerlichen Skandals machen. Aber das eigentlich Barbariſche und Raffinirte derſelben beſtand darin, daß in— wendig der Rand des ſchweren Bottichs da, wo er auf den Schultern ſaß, meſſerſcharf ausgekantet war, ſo daß das ſchwere Holz bei jedem Schritte in höchſt empfindlich ſchmerz⸗ hafter Weiſe in das Fleiſch einſchnitt und der zum Tragen dieſes„ſpaniſchen Mantels“ Verurtheilte häufig noch Wochen nachher zu jedem Gebrauch der Arme unfähig war.— Nur ein grauſamer Humor konnte auf eine ebenſo abgeſchmackte, als der Geſundheit nachtheilige, und obendrein die Men⸗ ſchennatur entwürdigende Strafart verfallen ſein; auch war dieſelbe ſchon ſeit langer Zeit nicht mehr angewendet wor⸗ den, woraus ſich wohl der große Zudrang neugieriger Leute aus der untern Volksklaſſe zu dieſem widerlichen Schauſpiel erklären ließ. Erſt von dem gegenwärtigen Oberhofmarſchall, einem rohen ungeſchlachten Menſchen aus dem Geſchlecht der modernen Centauren, war der verrufene„ſpaniſche Mantel“ bei dem heutigen Fall wieder hervorgeſucht wor⸗ den und er ſelbſt, dem ſein hartes Benehmen gegen ſeine