Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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Höfen für die allein richtige und praktikable; und der Staat oder das Stäätchen war am beſten regiert, wo ſich die Unterthanen bei dem Troſte beruhigten, ihr Landesfürſt ſei ein vortrefflicher Herr, und wenn er nur immer jeden Miß⸗ brauch, jede Veruntreuung ſeiner Beamten erführe, ſo würde gewiß Alles bald beſſer werden.

Ein an ſich ganz unbedeutendes Ereigniß ſollte um dieſe Zeit auf die Stellung Roderich's bei Hofe ein neues Schlaglicht werfen und einestheils dem Publikum das An⸗ ſehen beſtätigen, in dem er bei den höchſten Herrſchaften ſtand, anderntheils aber auch die Meinung ſeiner Gegner rechtfertigen, welche ihm Ueberhebung und ein ſchroff rück— ſichtsloſes Benehmen vorwarfen, während alle unbefangenen und anſtändigen Leute ſein Verhalten bei dieſem Falle nur billigen mußten.

Eines Nachmittags kam nämlich Roderich mit ſeinem kleinen Prinzen in das Schloß und ſah bei ſeinem Eintritt in den zweiten Hof eine zahlreiche Menſchenmenge, die ſich neugierig in eine offenſtehende Halle drängte; auch die niederen Fenſter zur Seite waren dicht mit Menſchen be⸗ ſetzt, deren Mienen und ganzes Weſen eine große Erregt⸗ heit verriethen. Auf die Frage Roderich's an einen Lakai, was da vorgehe, erhielt er anfangs die ihm unverſtänd⸗ liche Antwort, Lambert, der Laufer der Frau Landgräfin, ſei wegen wiederholter Nachläſſigkeit im Dienſte, und weil er ſich noch obendrein„unnütz“ gemacht, von dem Herrn Oberhofmarſchall von Praſſelaß zum Tragen des ſpani— ſchen Mantels für eine volle Glockenſtunde verurtheilt worden und erſtehe ſoeben dort in der Halle ſeine Strafe. — Neugierig trat nun auch Roderich mit dem Prinzen Leberecht an den offnen Eingang; und der Anblick, den er hier hatte, nachdem ihm die Leute ehrfurchtsvoll Platz ge⸗ macht hatten, übte im erſten Moment einen ſo komiſchen

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