Schaar von Klatſchbrüdern und Klatſchſchweſtern, die an Allem, was bei Hofe vorgeht, ſchon um des lieben Skandals willen lebhaften Antheil nehmen und nach einem uralten Naturgeſetz immer die dunkelſten Partieen der Weltgeſchichte auf den neueſten Fall anzuwenden wiſſen.
Man kannte an dem regierenden Herrn die auch an⸗ derswo von Hofleuten und hohen einflußreichen Staatsbe⸗ amten niemals an gekrönten Häuptern gern geſehene Vor⸗ liebe für ſolche Perſonen bürgerlichen Standes, welche ihren Anſpruch an ſeine fürſtliche Gnade weniger auf ver⸗ gilbte Pergamente, auf Gönnerſchaft und Familienprotektion ſtützten, als auf eine freie unabhängige Geſinnung und ausgezeichnete Eigenſchaften des Geiſtes und Charakters. — Nach der Maxime ſolcher Leute ſoll ein Fürſt in der Wahl ſeiner Vertrauten und Rathgeber, beſonders wo es ſich um wichtige Staatsintereſſen und bewährte Regierungs⸗ prinzipien handelt, ſo wenig als möglich ſeinen eignen Willen und Geſchmack haben. Denn wie gefährlich iſt es nicht, wenn ſich Menſchen in ſein Vertrauen eindrängen, die von den Geheimniſſen einer allwiſſenden Staatskunſt, ſowie von den innerſten naturgemäßen Bedürfniſſen des Landes und der angeſtammten Unterthanentreue ſeiner Be⸗ wohner nicht den mindeſten Begriff haben; ja, die nicht einmal um ihrer ſelbſt willen die leichte Kunſt verſtehen, ſelbſt ein helles Regentenauge über die klaffenden Abgründe in der Landesverwaltung zu täuſchen, welche das Volk von ſeinem wohlwollenden Herzen fernhalten!— Wozu hat man denn eine immer lächelnde geſchmeidige Camarilla, wozu einen Geheimerath und eine gonze wohldreſſirte Beamten⸗ hierarchie, wenn Sereniſſimus über die Zuſtände ſeines Ländchens nichts weiter als die nackte, unanſtändige Wahr⸗ heit hören ſoll!
Damals wenigſtens galt dieſe Maxrime an den meiſten


