Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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Zweites Rapitel..

Di Prinzeſſin Aurelie gehörte zu den Menſchen, die äußerlich um ſo ſtiller erſcheinen, je lebendiger und voller die Saiten ihres Gemüthes tönen, je tiefer Freude oder Schmerz ihre Seele bewegt; jene dem Urtheile der Welt meiſt unverſtändliche Naturen, die ſich mit Glut und In⸗ nigkeit einem ſchönen Gefühle hingeben, und, während ſie äußerlich vom flüchtigen Leben der Täuſchung und Sinnen⸗ luſt den Schein borgen, innerlich den dunklen Brunnen in der Erde Tiefe gleichen, aus denen der Eimer des Ver⸗ trauens, der ſich zu ihnen hinunterſenken darf, das reine perlende Element der Poeſie aus ſeinen ſtillſten Gründen heraufholt.— Nur wer es weiß, durch welche ſchwere Kämpfe ſo oft gerade in den höchſten und niederſten Sphären des Lebens der zu einem ſelbſtändigen ſchönen Daſein der Freiheit und Liebe geſchaffene Menſch den Läuterungsprozeß durchmachen muß, der begreift auch die ſchweigſame Ruhe, die ſchüchterne Verhüllung ſolcher durch ſich ſelbſt ſtark, frei, reich und muthvoll gewordenen Naturen, denen es ihr Geiſt zur zwingenden Nothwendigkeit, ja zur Bedingung ihrer ganzen Exiſtenz macht, daß ſie beſtändig im Stillen den Kampf mit den Geſchicken dieſes Lebens fortſetzen.

Selbſt durch die alltäglichen Widerwärtigkeiten und das allen Menſchen gemeinſame, mehr oder minder traurige Loos irdiſcher Unvollkommenheit führen ſolche Charaktere