.
———,k.—
Finger mehr Jahre zählt, als ihr ganzer Taufſchein!— Alſo, was bliebe etwa noch Reſt: Frau von Baumbach, die geſchworene Männerfeindin? Oder die Prorektorin Pauli, die ihrem Manne Jahraus, Jahrein wollene Socken ſtrickt?— Oder die liebenswürdige, leider an ein Scheuſal von Haustyrannen verheirathete Luiſe Helmroth, geborene Arens?— Was meinſt Du, Ferdinand, wenn's am Ende doch die wäre, die der Baronin Waldkron die Kunſt ab— gelernt hat, ihrem Manne durch ein zärtliches Intermezzo mit einem Dritten eine unſchuldige Ueberraſchung zu be⸗ reiten?“
„Zuzutrauen wär's der allerdings!“ ſagte der Regie⸗ rungsrath mit trockenem Ernſte.„Aber dießmal thuſt Du der Flatterroſe doch Unrecht. Nun, Du wirſt ja am näch⸗ ſten Kränzchenabend die Bewußte ſelber herausfinden, und ich ſage Dir nur noch zu Deinem Troſte, daß ſie ſich aller⸗ dings, trotz Deiner vorgebrachten Gegengründe, unter den ſoeben von Dir genannten Damen befindet.“
„Mehr willſt Du mir nicht ſagen, Scheuſal— Mör⸗
der meiner Unſchuld?“
„Abgott meiner Seele, es bleibt dabei— keine Sylbe
weiter!“
„Um Gotteswillen, Kaliban, nur noch das Eine ſage mir: Iſt's eine von den verheiratheten Frauen, oder eine von den ledigen?“ flehte ſie, ihn zärtlich umklammernd.
„Keins von Beiden und doch Beides!“ rief der Mit⸗ leidsloſe, bückte ſich raſch und entſchlüpfte ſo glücklich der gefährlichen Umſchlingung, in welcher ſelbſt ein Inquirent von Profeſſion einem ſolchen anmuthigen Verhörrichter nicht gewachſen geweſen wäre.


