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hatte?— Ph bien! Jene Dame, die ich im Verdacht habe, daß ſie in einem näheren, vielleicht ſogar in einem ſehr nahen Verhältniß zu Doktor Roderich ſteht, benimmt ſich in der Geſellſchaft genau ſo wie die Baronin Waldkron. Und nun überlaſſe ich es Deinem Scharfblick, beim nächſten Abendkränzchen im Schloſſe Deine ſelbſtändigen Beobach⸗ tungen anzuſtellen.“
„Wie? Eine von dieſen Damen ſollte es ſein?“ rief die junge Frau, auf's Höchſte überraſcht und man ſah es dabei ihrem Geſichte an, wie ſie ſogleich jede Einzelne ihrer Bekanntinnen im Geiſte die Revue paſſiren ließ.
„Frau von Roos nein, die iſt es nicht,“ ſprach ſie, ihren Mann firirend, zögernd vor ſich hin.„Die Pro⸗ feſſorin Scholley, ach, die macht ja noch heute ihrem Manne zärtliche Liebesgedichte à la Sappho.— Julie Stockhauſen — ja, wenn der Regierungsrefrendar von Soden nicht
wäre, der könnte man ſchon Romantik genug zutrauen.— Die Tribunalräthin Hohenſchild, iſt's die vielleicht, Fer⸗ dinand? Doch die hat ſeit ihrer fatalen Reiſe nach Kob⸗ lenz dergleichen galante Abenteuer ſatt gekriegt!— Die Kriegsräthin Stieglitz kann's auch nicht ſein; denn die fürchtet ſich ja noch immer vor dem Informator;— Chri⸗ ſtiane Hornegk, die junge talentvolle Malerin? Aber die ſchwärmt ja nur für ihren Raphael, den Landſchaftsmaler Sebold.— Die Hauptmännin Werner dagegen beſucht aus ſehr triftigen Gründen in der nächſten Zeit keine Ge⸗ ſellſchaft mehr.— Die Hofräthin Schulz— die ſchöne Ambroſia Weigel— Fräulein von Düring— Alle, Alle ſind, um mit Schiller zu reden, werſorgt und aufgehoben!“ — Aber halt! Unſer ſchönes Mädchen aus der Fremde, der Frau Prinzeſſin roſiges Hoffräulein? Ach nein, nein — dummes Zeug! Wie ſollte ſich das junge Blut in einen pergamentenen Scholaſter verlieben, der am kleinen Müller, O., Roderich. 1I.
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