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wöhnlich bei ſeiner letzten richterlichen Sentenz zu thun pflegte. „Aber ſo erkläre mir doch, wie Du das eigentlich meinſt!“ forſchte die Regierungsräthin, ohne ſich dadurch beirren zu laſſen, mit wachſender Neugierde weiter.„Was weißt Du von ihm und wo haſt Du's her? Abſcheulich, Du willſt mich myſtifiziren! Es iſt unmöglich, rein un— möglich! Dieſer Doktor Roderich kann nicht lieben— hat
niemals geliebt!“
„Du meinſt, weil Du's nicht biſt!“ entgegnete der
Grauſame und weidete ſich an ihrem Staunen.„Seht doch mal, was dieſe kleine eitle Frau nicht Alles für unmög⸗ lich hält!— Weil's ihr nicht glückt, den Doktor in ihrem Netze zu fangen, ſoll's einer Anderen auch nicht gelingen! — Uebrigens will ich Dir nur zu Deinem Troſte ſagen, daß ich's auch nicht Schwarz auf Weiß habe,“ fuhr er lä⸗ chelnd fort und ſtreichelte ihr zärtlich die Wange.„Ich habe nur ſo eine Vermuthung, es könne möglicherweiſe im Herzen unſeres Freundes anders ausſehen, als er ſich den Anſchein gibt, etwa ſo, daß— falls mich gewiſſe Anzei⸗ chen nicht täuſchen— und vorausgeſetzt, daß es ſich auch wirklich ſo verhält, wie ich gelegentlich zu bemerken glaubte — doch Du verſtehſt mich ſchon— nicht wahr, Frauchen, und räumſt mir nun gerne die Möglichkeit ein, daß Doktor Roderich trotz ſeiner aufflammenden Leidenſchafte in ſeinem Inneren noch ganz andere Flammen bergen könnte, als er zeigen mag oder vielleicht auch— zeigen darf.“
„Höre, Unmenſch, nun hab' ich's ſatt!“ rief die Regie⸗ rungsräthin.„Du nennſt die Folter bei eurem früheren peinlichen Verhör eine abſcheuliche Verirrung des menſch⸗
lichen Geiſtes, und Deine arme unſchuldige Frau folterſt
Du dafür um ſo ärger!— O hätte ich Dich damals ſo
gekannt, wie ich Dich jetzt kenne, Ferdinand,“ ſchluchzte ſie
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