Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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entſetzlichen Wiſſenſchaft keine Befriedigung für ſeinen Geiſt finden; dieſer kalte Einblick in das tiefſte menſchliche Elend verſtöre ihm ſein Gemüth; denn das einzig ſichere Reſultat, welches er dabei gewonnen habe und woran er nur mit Schaudern denken könne, ſei die Ueberzeugung, daß meiſt allein äußere Umſtände das Verbrechen bedingten, deſſen erſter Gedanke ſogar in vielen Fällen in einer fremden Seele erwache, und daß die meiſten Menſchen unter den gleichen unſeligen Einflüſſen dem nämlichen furchtbaren Fluche anheimfallen würden. Am folgenden Tage nach jenem Abend, an welchem er ſich in dieſer erregten Weiſe über ſeine Thorheit, unberufen in die Geheimniſſe des

Teufels in der Menſchennatur eindringen zu wollen, aus⸗

geſprochen hatte, ſchickte er dem Freunde alle von dieſem entliehenen Bücher zurück und verſicherte denſelben in einem . flüchtig hingeworfenen Billet, er werde lange Zeit brauchen,

um ſich von dem Eindruck dieſer Lektüre wieder zu erholen. Helmroth zeigte das Brieſchen ſeiner Frau und ſagte lächelnd:

Da ſieh' mal, Schatz, was unſer Freund Roderich für ſchwache Nerven hat! Er, der noch jüngſt in ſo ergrei⸗ fender Weiſe von der Kanzel herunter die Natur des Bö⸗ ſen im Menſchen ſchilderte, ſcheut ſich jetzt, einen und den andern interecſſanten Kriminalprozeß zu leſen! Aber ſo

ſind dieſe Herren Schwarzröcke! Sie malen uns den Teu⸗ . fel mit allen möglichen Schreckensfarben; ſollen ſie ihm aber tapfer zu Leibe gehen und ihm die Haut über die Ohren ziehen, ſo ſind ſie furchtſam wie Kinder in der Nickelchesnacht und verzweifeln ſchier an Gottes Barmher⸗ zigkeit.

und ſagte dann ſchalkhaft: Weißt Du auch, was es war, was Du neulich von

Die muntere Regierungsräthin las zuerſt das Billet