allen dieſen war es doch der erſt kürzlich aus dem Dienſt einer durch Napoleon mediatiſirten Standesherrſchaft in den landesherrlichen übergetretene Juſtizrath Helmroth, eine ausgezeichnete juriſtiſche Kapazität, mit dem er bald einen innigen Freundſchaftsbund ſchloß. Er erkannte, was dieſer vor ihm voraus hatte: gründliche Kenntniſſe in allen Theilen der Rechtswiſſenſchaft, dabei ein ſcharfes juriſtiſches Urtheil und einen durchdringenden klaren Verſtand für die ver⸗ wickeltſten und ſchwierigſten Rechtsfragen.
Roderich vornehmlich war es, der den Fürſten auf dieſen talentbegabten, noch jungen Mann aufmerkſam machte und dadurch den großen Fähigkeiten deſſelben bald einen noch umfaſſenderen amtlichen Wirkungskreis verſchaffte, indem Helmroth durch landesherrliches Dekret zum Regierungs⸗ rath ernannt wurde und den Reſſort der peinlichen Ge— richtsbarkeit zugetheilt bekam.
Da außerdem Helmroth's ſchöne muntere Frau eine Jugendfreundin der Prinzeſſin Aurelie war und als ſolche mit ihrem Manne regelmäßig die Abendkränzchen im Schloſſe beſuchte, ſo wurde das Verhältniß des Informators zu dem Regierungsrath bald ein intimes und er ging faſt täg⸗ lich als Hausfreund im Helmroth'ſchen Hauſe aus und ein.
In ſeiner früheren Eigenſchaft als ſtandesherrlicher Juſtiziarius hatte ſich Helmroth ſchon vor Jahren durch mehrere von ihm mit glänzendem Erfolg geführte wichtige Kriminalunterſuchungen den Ruf eines ausgezeichneten In⸗ quirenten erworben, und die Kriminalzuſtiz gehörte nach wie vor zu ſeinem Lieblingsfache. E
s mochte daher vor⸗ nehmlich auf ſeine Anregung hin geſchehen, daß Roderich ſich bald gleichfalls für dieſen wichtigen Theil der Juris⸗ prudenz zu intereſſiren anfing und ſich mit Eifer auf das Studium ihrer Literatur zu verlegen entſchloß.
Bald geſtand er jedoch dem Freunde, er könne in dieſer


