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— Fortſchritt, eine immer größere freie Bewegung der mate⸗ riellen und geiſtigen Volkskräfte war die Deviſe, welche er auf ſeine Fahne geſchrieben, und mit allem Freimuth entwickelte er dem Fürſten ſeine politiſchen und national— ökonomiſchen Grundſätze. Auch in philanthropiſchen Fragen neigte er ſich zur reformatoriſchen Richtung; die Verbeſſe⸗ rung des Volksunterrichts war eine ſeiner Lieblingsideen; aber die Hauptbedingungen eines wahren nationalen Lebens erhlickte er in der Einführung einer freiſinnigen Repräſen⸗ tativverfaſſung, in einer weiſen Selbſtbeſchränkung der Dynaſtie zu Gunſten volksthümlicher Einrichtungen und Geſetze, worin er mit dem Lieblingsgedanken des hochſinni⸗ gen Fürſten zuſammentraf, und auch ſonſt in allen frei— ſinnigen Verwaltungsgrundſätzen und politiſchen Anſichten mit demſelben vollkommen harmonirte. Beſeitigung allzu drückender Steuern und anderer Laſten auf dem Wege einer humanen Geſetzgebung; politiſche und bürgerliche Rechts⸗ gleichheit der Unterthanen; Freiheit von Perſon und Eigen⸗ thum waren die Lieblingsgegenſtände der Konverſation zwi⸗ ſchen Fürſt und Informator.
Erſterer ermunterte Roderich ſogar zur ſchriftlichen Aus⸗ arbeitung und näheren wiſſenſchaftlichen Begründung einzel⸗ ner dieſer hochwichtigen Geſetzesreformen; und daß der geiſtvolle vielſeitig gebildete Gelehrte ſich dieſes höchſten Auftrags zur vollen Zufriedenheit ſeines fürſtlichen Gönners entledigte, darf ſchon aus dem immer lebhafter werdenden Verkehr zwiſchen Beiden geſchloſſen werden.
Häufig ſah man bei günſtiger Witterung den regieren— den Herrn in Begleitung des Prinzenerziehers auf den Wällen des Reſidenzſchloſſes in eifrigem Geſpräche auf— und abgehen; Roderich kam allmälig durch dieſe Auszeich⸗ nung auch in perſönlichen Verkehr mit anderen, dem Für⸗ ſten naheſtehenden einflußreichen Staatsbeamten; aber von


