Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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Einen anmuthigen Gegenſatz zu dieſer ernſt würdevollen Dozentenerſcheinung bildete dann das kleine, aus Herren und Damen gemiſchte lauſchende Auditorium mit ſeinen meiſt jugendlichen blühenden Geſtalten, um die mit Leckereien, ſel⸗ tenen Früchten und blinkenden Kryſtallflaſchen beſetzte runde Tafel gruppirt. Ein Maler hätte daraus das glückliche Motiv zu einem jener reizenden Gemälde aus dem geſell⸗ ſchaftlichen Leben der kleinen italieniſchen Fürſtenhöfe im ſechzehnten Jahrhundert entnehmen können; dort, wo gei⸗ ſtige und leibliche Anmuth ſich auch um erlauchte Frauen zu verſammeln pflegte und den Glanz der Hoheit mit dem poetiſchen Hauche eines idealen Lebens umgab.

Denn auch in dem Abendkränzchen der Prinzeſſin herrſchte ſtatt aller weiteren Etikette nur das Geſetz der feinen na⸗ türlichen Sitte; man bewegte ſich ſo frei, man redete ſo ungezwungen, wie in jedem andern gebildeten bürgerlichen Zirkel; und die Prinzeſſin ſelber machte ſtatt der läſtigen Hoflakaien an ſolchen Abenden mit ihrem Ehrenfräulein die liebenswürdige Wirthin, ſchenkte ſelbſt den Thee ein, belebte durch ihren Geiſt, ihre natürliche Munterkeit die Unterhal⸗ tung und ließ niemals eine jener ſchwülen, tiefathmigen Pauſen aufkommen, in denen mitunter auch in einer größe⸗ ren Geſellſchaft Jedes plötzlich den Muth verliert, noch ein Wort weiter zu ſprechen, Alle ſich einander wie fremd und beſtürzt anſehen und das peinliche Gefühl, welches man in ſolchen verhängnißvollen Momenten bei dem Wirthe und der Wirthin vorausſetzt, ſich ſchnell in jedem Antlitz deut⸗ lich ausdrückt.

Erſt wenn der Informator nach mehrmaligen vergeb⸗ lichen Verſuchen, ihn aus ſeinem zerſtreuten Weſen heraus⸗ zureißen, nach und nach in den Fluß der Rede kam und mit ſeinem feurigen Geiſt und ſeiner lebhaften Einbildungs⸗ kraft ein ihm intereſſantes Thema ergriff, um daran ſeine