Teil eines Werkes 
2. Band (1848)
Entstehung
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Wenn die ſchöne freundliche Großherzogin nit ihrem fürſtlichen Gemahle und drei blühen⸗ den Prinzen Sommers aus der Reſidenz in das waldumgrünte Schloß von Willingen einkehrt, ſo geſchieht es wohl, daß der Jubel in den alten Hallen oft ſo laut und wild wird, daß ſelbſt Graf Emanuel, der doch ſo lange nach dieſem Jubel ſich geſehnt hat, ihm entlieht, ſey es nun in den ſtillen Tannengrund, wo jetzt ein ein⸗ faches epheuumlaubtes Monument die Ruheſtätte ſeiner erſten Gemahlin bezeichnet; ſey es weiter hinunter dort, wo zwiſchen grünen Waldesbuch⸗ ten tief und kühl wieder der alte See ſteht und dem Greiſe wie eine zweite Verjüngung in's Auge glänzt.

Er weiß dann oft kaum, an welcher von beiden Stätten er am liebſten verweilt, und manchmal geſchieht es ihm gar, daß er die hol⸗ den Namen Emilie und Walpurg mit einander verwechſelt, am alten See der eignen Jugend⸗ liebe, im Tannengrund, der des Sohnes gedenkt.

In dieſem Andenken einer alten Zeit hört er dann manchmal durch das Rauſchen des Wal⸗ des eine Stimme tönen, die alſo redet: