Teil eines Werkes 
2. Band (1848)
Entstehung
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der Tod, unter welcher Geſtalt er auch immer erſchien, dieſer Liebe mehr geweſen, als ein blo⸗ ßer Prophet zu einem andern Leben! Wenig⸗ ſtens konnte der, der Walpurg ſo von ganzer Seele geliebt hatte, an ihrem Grabe wohl ſeines ganzen irdiſchen Glückes Untergang, niemals aber den ſeiner Liebe beweinen.

Nicht in muthloſer Trauer und Reſignation, wohl aber in einem ſchönen ſegensreichen Leben will ein ſolches Geſchick verſöhnt werden; und es geſchah gewiß im ſicherſten Einverſtändniß mit Walpurgs verklärtem Geiſte, daß Marlo mehrere Jahre nach ihrem Tode ſeinem Vater das größte Opfer brachte, welches dieſer von ihm, als dem letzten des Geſchlechtes, fordern konnte. Er vermählte ſich mit einer edlen liebenswür⸗ digen Frau, und wieder nach mehreren Jahren umſpielte rothwangiges Leben die alten trüben Ahnenbilder, mit ihm kam Jugend und Zukunft in das alte Haus von Willingen und kräftig und blühend gedieh ein neues Geſchlecht von Enkeln und Erben unter dem Segen jener Liebe, die zwar wie ein ſchönes Meteor verſchwunden, aber doch da⸗

rum mehr als Meteorglanz zurückgelaſſen hatte. 30