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er brauchte, um aus dieſem Weinen wieder zu trockenen Augen zu kommen.
Wir kennen ihn nicht mehr! Die uehie Thräne, wenn er ſie jemals einem ſolchen Geſchicke weinte, ſah einen neuen Menſchen in ihm, denn in dem Feuer eines ſolchen Schmerzes geht entweder der Geiſt unter, oder erhebt ſich geweiht aus der Zerſtörung.
Auch Marlo erhob ſich wieder; und hatte er früher häufig an zu viel Glück gekrankt, daß ſelbſt der Beſitz der herrlichen Walpurg ihn kaum über die Beſtändigkeit dieſes Glückes beruhigen konnte, ſo war es nun der auf immer verlorene Stern, in deſſen Suchen er, freilich auf dunk⸗ len Pfaden, endlich zu der Erkenntniß gelangte, daß der Menſch nichts von alledem verlieren kann, was ihm einmal Bedingung des ewigen Geiſtes in ihm geworden iſt, und daß der Tod wohl des Lebens holde Erſcheinung zerſtören könne, nimmer aber, was dieſer Erſcheinung an Cwigem und Unſterblichem zu Grunde liegt. Und wie hätte er auch Walpurg lieben, wie dieſe ihn mit der ganzen Inbrunſt und Begei⸗ ſterung ihrer Seele wieder lieben können, wäre


