Kraft verleiht, die ihm im gewöhnlichen Leben ſo oft verſagt war. Vieles und Schönes bildet ein edler Geiſt an ſich aus, findet das Rechte, wo er es ſucht, und bedarf nicht der Schule des Unglücks, um ſich zu ſtandhaftem Muth zu ſtäh⸗ len. Letzterer wächſt ja in dem Grade, wie die Macht, die ihn herausfordert, wie der feindliche Sturm, der ihm Gefahr droht. Aber ſtürzt ein⸗ mal einen Menſchen von den goldnen Tiſchen der Seligkeit, verdammt ihn zu ewigem Hunger und Dürſten in einer Welt ohne Sonne, und fragt ihn dann, was ihn noch leben läßt, aus⸗ harren einem Geſchicke gegenüber, das keinen Kampf mehr fordert,— und er wird euch die Antwort ſchuldig bleiben! Er ſelber weiß ja nicht, daß jeder Athemzug dieſes Lebens, deſ⸗ ſen Rechtfertigung ihr verlangt, einen Theil ſeines Geſchickes ausmacht, ſo ohngefähr wie zum Sturme die Meeresſtille gehört, die dieſem folgt.
Und in einer ſolchen Stille finden wir denn auch Marlo wieder. Fragen wir aber nicht, wie lange Zeit er brauchte, um Walpurgs Tod zu
beweinen, fragen wir au ch nicht, wie knh Zeit Die Mediatiſirten, II. 30


