Teil eines Werkes 
2. Band (1848)
Entstehung
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gellend durch die Schöpfung, jammernd rief die ſüßeſte Stimme:Joſt, lieber Joſt! und wie er es hörte, war es ihm auch ſchon, als ſähe er Roß und Reiterin langſam im Moore ver⸗ ſinken. Es war wie ein Phantom im Nebel⸗ glanz!

Joſt ſchreit entſetzlich auf, im Verſinken der

Verſinkenden nahe, will er ſie ergreifen, aber

diesmal iſt es die herrliche Schattenblume, die ihn mit ſich hinabreißt!

Mitternacht rauſcht kühl durch's Laub, froh⸗ lockend ſingen Jwidien ihrem alten See ent⸗ gegen.

*

Es iſt ein ſonderbarer Widerſpruch unſerer Natur, daß in dem Menſchen, den ein mäch⸗ tiges Geſchick erfaßt, oft dasjenige, was er iſt und dasjenige, was er kann, in keinem Ver⸗ hältniß zu einander ſtehen, und er ſelbſt am wenigſten die Kraft ahnt, die ihm überhaupt das Leben, einem ſolchen mächtigen Geſchicke gegen⸗ über, möglich macht. Wie von allen grünen Wurzeln ſeines Daſeins plötzlich losgeriſſen, fühlt er nicht einmal, daß es nur das Geſchick ſelber iſt, welches ihn aufrecht hält, und ihm jene