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„Bald wird auch dir der Erde Ton ver⸗ ſtummen und der dem müden Gliederbau ent⸗ wankende Geiſt der Cwigkeit ungeahnetem Räthſel in verjüngtem Daſeyn näher und näher treten. Und wieder eine Weile ſpäter wird über Dem, was du hier geweſen, die Vergeſſenheit ruhen, und vielleicht eines ſpäten Enkels Hand deinen unbekannten Namen aus dem Moosſtein graben, der deinen Todtenhügel deckt. Nur ich, die ich dieſes dir künde, ich die ewige wandelloſe Na⸗ tur, hab' ein treues Gedächtniß für das Daſeyn guter Menſchen, und wo meine Blumen blühen, meine Quellen gehen, meine Sterne leuchten, all überall red' ich in's Herz dem ſpäteſten Ge⸗ ſchlecht, erzähle ihm von dem, was war, und erwecke in ihm die Sehnſucht nach dem Alten. Die Weihe der Stätte, auf der ein guter Menſch gewandelt, bewährt ihre Kraft noch nach Jahr⸗ tauſenden, und wie dort das Abendgold im ſtillen See, ſo leucht' ich in's Herz des Enkels dieſer Weihe reines Gold, rühre ihn leiſe an ſeiner ſtillſten Seele und flüſtere: Hier ging vor dir ein guter Menſch: o ſei ihm gleich!—“
So redete der Wald, und in ſeinem Ver⸗


