Teil eines Werkes 
2. Band (1848)
Entstehung
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Streifen ging, auf welchem der Flachs ungleich höher und kräftiger gediehen war, als im übri⸗ gen Felde, wozu noch kam, daß auch die Farbe der Saat hier viel friſcher und grüner war. Sie blickte verwundert hinauf und hinab, immer deut⸗ licher trat der Unterſchied der Vegetation hervor und faſt haarſcharf war die Grenze, welche den⸗ ſelben bemerklich machte. Da ſah ſie den alten Großknecht ihres Vaters, der ein gar ehrlicher Menſch war, zwiſchen den nächſten Feldern hin⸗ wandeln. Sie rief ihn herbei und Jener folgte ſogleich ihrem Rufe..

„Da ſieh' mal, Kilian, was das iſt?“ ſagte ſie und deutete auf den Streifen im Flachsfeld.

Der Alte ſchien keineswegs von dieſer Ent⸗ deckung überraſcht zu ſein, denn er nickte lächelnd mit dem Kopfe und verſetzte:

„Das macht der hohle Gang unter der Erde mit der gewölbten Mauer,“ belehrte er die ſtau⸗ nend auflauſchende Marillis.„Gott weiß, wozu er angelegt wurde und es iſt auch noch kein Menſch hinein gekommen, zumal er weder einen Ausgang hat, noch einen Eingang. Mir denkt's nicht wie lange der unterirdiſche Weg beſteht und wozu er da iſt. Nur Ein's rathe ich ihr,