Teil eines Werkes 
2. Band (1848)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

erblindet. Sie hatte dieſelbe früher nirgends ge⸗ ſehen, auch glich ſie nicht denen, wie ſie im Dorfe und der Umgegend gebraucht wurden. Ein kunſt⸗ voll gearbeitetes ſilbernes Kettchen diente wohl dazu, ſie am Gurte zu befeſtigen, wenn ihr Be⸗ ſitzer ſeinen dunklen Weg in den Brunnen antrat. Eben wollte ſie Korb und Laterne wieder an ihren alten Platz ſtellen, als ihr Blick auf einen dritten Gegenſtand fiel, der mehr noch als das bis jetzt Entdeckte geeignet war, ihre Einbildungs⸗ kraft aufzuregen und ihr von dem nächtlichen Ge⸗ ſchäft ihres Vaters in dem Ziehbrunnen vollends alle Vorſtellungen und Muthmaßungen zu be⸗ nehmen. Das waren drei große mächtige Schlüſſel von alter Fagon, von denen der kleinſte die Zwin⸗ gerthür öffnete, während die beiden andern ihr völlig unbekannt vorkamen. Da ſie aber mit dem erſteren zuſammengebunden waren und dicht neben der Laterne lagen, ſo mußte ihr Vater ſich ihrer wohl gleichfalls häufig bedienen, und doch gab es keine Thüre noch Truhe im ganzen Hauſe, welche ihr die Beſtimmung der beiden Schlüſſel klar gemacht hätte.

Sie legte vorſichtig Alles wieder hin, wie ſie es gefunden, und verließ dann das Zimmer, völ⸗