Teil eines Werkes 
2. Band (1848)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

bleich und vermochte ihm kaum den gewöhnlichen Morgengruß zu bieten. Doch fand ſie nichts in ſeinem Weſen, ſeinen Mienen, was auf den un⸗ heimlichen Vorfall dieſer Nacht hingedeutet hätte; er war heute ſogar in ſeiner Art aufgeweckt und ertheilte dem Geſinde die Befehle für den Tag mit ungewohnter Freundlichkeit. Kaum war er aus dem Hauſe gegangen, um nach den Holz⸗ ſchlägern in einem entfernten Revier zu ſehen, als Marillis, der dieſe Freundlichkeit des Vaters ein unerklärliches Gefühl von Grauen und Neu⸗ gierde einflößte, nach ſeiner Stube eilte und da⸗ ſelbſt ſogleich hinter dem Bettvorhang den Wei⸗ denkorb und die Laterne entdeckte, welche beide Gegenſtände ſie heute Nacht bei ihm im Zwinger geſehen hatte. Mit zitternder Hand zog ſie den Korb hervor, der leer war. Aber zwiſchen dem Geflecht entdeckte ihr prüfendes Auge viele Krum⸗ men von Brod und Kuchen, und der Geruch überzeugte ſie, daß er noch jüngſt zum Aufbe⸗ wahren von Speiſen gedient haben müſſe. Der Henkel war übrigens ſehr vergriffen und verrieth einen langjährigen Gebrauch. Die Laterne, welche ſie hierauf mit noch größerem Argwohn prüfte, war gleichfalls ſehr alt und die Gläſer darin faſt