Teil eines Werkes 
2. Band (1848)
Entstehung
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emporwuchs und nun auch der Tochter bald— o, wie bald, einen Zweig bieten ſollte zu ihrem Hochzeitsfeſte!

Darum erſchrack aber auch Marillis ſo hef⸗ tig, daß es ihr eiskalt durch den ganzen Körper bis in die Fußſpitze hinab rieſelte, als der Duft des ehrwürdigen Buſches ihr durch das geöffnete Fenſter entgegenſtrömte und ſie an die immer näher rückende Stunde ihres Unglücks mahnte. Oder wollte ſie der Rosmarin vielleicht an ſeine Doppelbeſtimmung erinnern, die von ihm nicht nur den Schmuck der Jugend und der Liebe, ſondern auch den der Wehmuth und der Trauer entlehnt und ſeinen dunklen Zweig in gfahr Todenhände legt?

Hell und freundlich beſchien das Mondlicht den Hügel hinter dem Hauſe, in den drei Eichen rauſchte leiſe der Nachtwind und das graue Fels⸗

geſtein umfloß ein mildes weiches Licht, durch

das zuweilen der Schatten eines der vom Winde bewegten Zweige leiſe hin und herſchwankte. Der Ort hatte mit Einmal ein wunderbar fried⸗ liches Anſehen gewonnen und je länger Marillis hinüberſchaute, um ſo mächtiger erwachte in ihr die alte Sehnſucht nach ſeinem lieblichen Ge⸗

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