Teil eines Werkes 
2. Band (1848)
Entstehung
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ſtand ein großer Hollunderbuſch, der an dem feuchten ſchattigen Ort vortrefflich gedieh und jedes Jahr in neuen Schößlingen ausſchlug. Steine und Mauerſchutt, den vielleicht ſchon der frühere Beſitzer des Hauſes hierher geſchafft hatte, machten den Boden ſehr uneben, der außer⸗ dem noch mit Nachtſchatten, Brennneſſeln und

andern Zierſtauden der Wüſtenei bedeckt war.

Dicht am Hollunderſtrauch, in der nördlichen Ecke des Zwingers, lag ein verſchütteter Brunnen, deſſen ſteinerne Einfaſſung ſchon vor vielen Jah⸗ ren entfernt worden war. Mehrere halbmorſche Eichdielen deckten ihn nothdürftig zu und drüber⸗ hin ſuchten die Ranken der weißblühenden Feld⸗ winde den jenſeitigen Rand des Brunnens zu erreichen. Der einzige Zugang in dieſen Raum befand ſich gleichfalls auf der nördlichen Seite und beſtand in einer kleinen runden Thüre, die außerhalb des Zwingers noch mit einem ſteiner⸗ nen thurmähnlichen Vorbau verſehen war.

Marillis hatte ſich vom Lager erhoben, da ihre wachſende Beklommenheit ſie nicht länger vort aushalten ließ. Im Zimmer war es ſchwül, und ſie öffnete darum das von Außen, mit fünf eiſernen Gitterſtangen verwahrte Fenſter, um

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