Teil eines Werkes 
2. Band (1848)
Entstehung
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mit rauhem Hohne und ließ ſie ohne Hülfe in ihrer Ohnmacht liegen.

In der Nacht, welche dieſem Tage folgte, konnte Marillis kein Auge ſchließen. Immer ſah ſie ſich im Geiſte vor dem Altare, an der Seite des böſen Menſchen mit der großen Narbe auf der Stirne; oder ſie dachte mit Schrecken an die Waldmühle im düſtren Tannengrund, wo es ihr gewiß niemals wohl und heimiſch werden könne.

So war Mitternacht nahe gekommen, und weder Thränen noch Gebete wollten ihr bedräng⸗ tes Herz erleichtern. Da kam ihr mit einmal faſt unwillkürlich der Gedanke an den Hügel und ſie mußte ſich's ſagen, daß ihr Unglück doch eigentlich erſt angefangen habe, als jener geheim⸗ nißvolle Geſang verſtummte und ſie aus einem reinen und höheren Leben wieder zu der rauhen Wirklichkeit zurückkehrte.

Das Fenſter ihres Kämmerleins, durch deſſen runde Glasſcheiben der Mond hell und voll auf den Fußboden fiel, ging grade nach dem Hügel und den drei Eichen hinaus. Vor dem Fenſter befand ſich ein ſchmaler, rings mit hohen Mau⸗ ern umgebener Zwinger, den ſeit vielen Jahren fein menſchlicher Fuß betreten hatte. In der Ecke