zugelaſſen, ſondern auch noch obendrein von bei⸗ den Herren mit großer Aufmerkſamkeit behandelt wurde. Er durfte jederzeit ihre Stube betreten, begleitete ſie auf ihren abendlichen Spazierritten und erfreute ſich in allen Stücken ihres Vertrau⸗ ens und ihrer Wohlgeneigtheit.
Marillis bemerkte dieſe Auszeichnung des ihr ſo verhaßten Menſchen mit immer größerer Be⸗ ſorgniß, wiewohl ſie ſich nicht zu ſagen wußte, was ihr dieſe dunkle Angſt einflößte. Die beiden Gäſte ſchienen edle biedere Männer zu ſeyn, und wenn ſie ſich ihnen auch nicht durch Worte ver⸗ ſtändigen konnte, ſo fühlte ſie doch viel eher eine wahre Zuneigung zu ihnen, als daß ihr eine Furcht beigekommen wäre Um ſo weniger begriff ſie deßhalb den vertraulichen Umgang, den Jene mit Franz unterhielten, zumal ſich derſelbe nichts weniger als zurückhaltend gegen ſie betrug, ſondern zum öfteren ſeinen bösartigen Charakter und ſeine niedere Denkungsart ungeſcheut an den Tag legte.
Sie würde ſich indeſſen wohl noch lange mit dieſen vergeblichen Fragen und Zweifeln abge⸗ müht und doch zu keinem Reſultat gekommen ſein, hätte nicht eine neue, ihr ungleich bedeut⸗


