Teil eines Werkes 
2. Band (1848)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Täuſchung unmöglich zu machen; und außerdem mochte auch dadurch das Schauerliche gemildert werden, das für ſie in der Vorſtellung einer ſo ungewöhnlichen Begabung lag. Da ſich nun aber ihre Prophezeihungen wirklich erfüllten, da erſchracken die, gegen welche ſie ſich ausgeſprochen hatte, faſt noch heftiger als ſie ſelbſt, und mehr als eine Freundin zog ſich voll abergläubiſcher Furcht von ihr zurück und betete im Stillen für das Seelenheil der armen Marillis; denn un⸗ möglich konnte doch derſelben ſolche Wiſſenſchaft* zukünftiger Dinge von einem guten Geiſt einge⸗ geben worden ſeyn. Fragte man ſie aber nach der Quelle ihrer Vorherſagungen, ſo war ihre gewöhnliche geheimnißvolle Antwort: Mein un⸗ ſichtbarer Bräutigam hat mir Das erzählt.

Ihr Vater ahnte nichts von alledem; und da jene Viſionen auf dem Hügel auch keinen weiteren Einfluß auf die Geſundheit des Mäd⸗ chens zeigten, ihre Wangen friſch und roth, ihre Augen hell und klar blieben, ſo kam ihm auch nicht der leiſeſte Gedanke, daß ſein Kind krank, wenn nicht gar bereits der Gewalt dämoniſcher Mächte unrettbar verfallen ſeyn möge.

Wie ſchon zu verſchiedenen Malen in frühe⸗