Teil eines Werkes 
2. Band (1848)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

fang und ihr Ende. Meiſt waren es zwar fried⸗ liche ſchöne Träume, holde Geſichte menſchlichen Glückes: bald ging eine Freundin im Brautſchmuck zum Altare, bald tönte Muſik und Jubel vom ſonnigen Platze herüber; und lange waren es nur die freundlichen und nächſten Beziehungen ihres eignen Lebens, woran ſich ihres Geiſtes Er⸗ leuchtung bekundete; aber doch gab es auch da⸗ zwiſchen manche Begebenheit, die ſie erſchreckte, und einmal erholte ſie ſich kaum von dem bangen Geſicht, das ſie hatte am Abend des Tages, an welchem der neue Kirchhof von Dreieichen feier⸗ lich vom Prieſter eingeſegnet worden war. Denn mitten im Gebete, als eben die ganze Gemeinde auf den Knien lag, wich plötzlich unter allen der Boden, und vor jedem that ſich ein Grab auf ſein Grab, in das er lautlos verſank. Auch der Prieſter war nicht mehr zu ſehen, in einem Momente lagen hunderte von ſtummen Grabhügeln da, und drüberhin wankte auf ho⸗ hem ſilbernen Graſe, wie erſchrocken über ſo plötz⸗ liche Verwandlung, ein fahles Mondlicht. Marillis betrachtete dieſe Viſionen, von de⸗ nen ihr jedoch nicht immer eine klare Erinner⸗ ung zurückblieb, als die mit dem geheimnißvollen