Teil eines Werkes 
2. Band (1848)
Entstehung
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Gegenwart ſeine Bewerbungen fortſetzte und die⸗ ſer, der doch ſonſt ſo mißtrauiſch ſie bewachte, dieß gar nicht zu bemerken, ſie vielmehr abſicht⸗ lich ohne Schutz und Hülfe vor dem ungeſtü⸗ men Burſchen zu laſſen ſchien, erkannte die arme Marillis, daß die Gefahr bereits nahe ſei und ſchwerlich bloße Liſt und Verſtellungskunſt ſie da⸗ raus erretten könne. Aber wo dieſe Rettung ſu⸗ chen und bei welcher Macht der Erde, wenn nicht im Grabe, ſie finden! War es wirklich ihres Vaters Wille und Beſchluß, daß ſie den ihr ver⸗ haßten Müllersſohn ehelichen ſolle, ſo half kein

Flehen und Widerſtreben, denn noch nie in ſei⸗

nem Leben hatte der alte Merian etwas gewollt, bevor er ſich nicht der Mittel verſichert, um ſei⸗ nen Willen, der ſtarr war wie ſein Herz, auch auszuführen.

Je mehr ſich indeſſen Marillis bewußt wurde, daß ſie ihre Rettung, nächſt dem Himmel, nur von ſich ſelbſt hoffen dürfe, deſto ſchneller ent⸗ wickelte ſich in der jungen zarten Seele eine Kraft, von deren wunderbarem Daſein ſie ſeither ſo wenig eine Ahnung gehabt hatte, als ſonſt ein Menſch in ihrer Umgebung. Wohl mochte ſchon der räthſelhafte Geſang unter den drei Eichen