Teil eines Werkes 
2. Band (1848)
Entstehung
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Liebſchaft dahinter vermutheten und ſie häufig damit neckten. Dennoch wußte keine von ihnen, welcher Mann ſo glücklich geweſen war, das Herz der ſchönen Marillis zu gewinnen, da auch nicht Einer der jungen Burſche im Dorfe ſich rühmen durfte, von ihr bevorzugt zu werden und man ebenſowenig an ihr eine beſondere Vorliebe für Dieſen oder Jenen bemerkte, ſo Viele ſich auch um ihre Gunſt bemühten und um einen freundlichen Blick buhlten. Sogar war es bald deutlich zu erkennen, daß Marillis, je mehr in ihr das kindliche Weſen dem Liebreiz der Jung⸗ frau wich, eine auffallende Scheu gegen Män⸗ ner hegte und es ganz beſonders übel empfand, wenn Einer ihr mehr Aufmerkſamkeit erzeigte, als den andern Mädchen, mochte die ihr gezollte Huldigung auch noch ſo aufrichtig gemeint ſeyn. Ihr Ohr wie ihr Herz blieben dem Schmeichel⸗ laut der Liebe jederzeit verſchloſſen, und auf das Beſtimmteſte wies ſie alle Bewerbungen der an⸗ geſehenſten und ſchönſten Jünglinge zurück, ſo daß bald keiner mehr den Muth hatte, mehr von ihr zu hoffen, als ſtilles Herzeleid und verzehrenden Liebesgram. Denn Manchem that ſie es an mit dem Zauber ihrer tiefen Augen und Mancher