Teil eines Werkes 
2. Band (1848)
Entstehung
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alten Merian wirklich glücklich preiſen und den immer düſteren, verſchloſſenen Mann, der mit Niemanden Freundſchaft hielt und ſich ſogar oft recht feindlich und hartherzig zeigte, um ſeinen Reichthum beneiden. Man ſah ihn niemals lä⸗ cheln und abſichtlich ſchien er jede Gemeinſchaft mit den übrigen Dorfbewohnern zu meiden, ja ſo⸗ gar zu fürchten. Er lebte Jahr und Tag hindurch für ſich allein, behandelte ſein Geſinde äußerſt rauh und kannte kein Erbarmen gegen die Ar⸗ muth. Kein Biſſen Brod fiel dem Hungernden von ſeinem Tiſche ab; und wie ihn ſelber der Segen des Himmels niemals heiter und zufrieden machte, ſo gönnte er auch keinem andern Menſchen einen Antheil an dieſem Segen und häufte nur immer Schätze auf Schätze, die ihm mehrere große, wilde Hunde Tag und Nacht bewachen mußten.

War aber der Alte wegen ſeines rauhen Sin⸗ nes und ſeines herzloſen Geizes weit und breit berüchtigt, ſo hatte dafür Marillis aller Herzen Liebe und Zutrauen für ſich, denn ſo mild und mitleidig, wie ſie, gab's keine zweite Seele mehr auf Erden, ſo daß man ſie in Wahrheit den Engel nennen durfte, der ſchon auf Erden die Schuld