Teil eines Werkes 
2. Band (1848)
Entstehung
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muß ſie ſeyn, denn die alte Urahne hat betheu⸗ ert, daß es alſo geſchehen zur Zeit, da der Schwed' im Lande hauſ'te und die Peſt dazu die Menſchen⸗ mit Tod und Trübſal heimſuchte.

Den nun folgenden Mittheilungen des ehr⸗ würdigen Landmannes verdanke ich die ebenſo rührende als romantiſche Geſchiche von demun⸗ ſichtbaren Bräutigam, die ſich in dem Munde des Volkes von Geſchlecht zu Geſchlecht bis auf unſere Tage fortgeflanzt zu haben ſcheint.

Im Jahre 1624 lag auf der jetzigen Stein⸗ haide ein großes reiches Dorf, das den Namen

Dreieichen führte. Denn ſchon damals ſtanden

die obenerwähnten drei Bäume auf dem Hügel am ſüdlichen Ende dieſes Dorfes und in der Nähe des alten, ganz aus Stein ausgeführten Hauſes, des größten im Orte, welches damals ein reicher Großbauer mit Namen Merian be⸗ wohnte. Derſelbe, ſchon ſeit vielen Jahren Witt⸗ wer, beſaß nur ein einziges Kind, aber in dieſem zugleich auch die Krone aller Schönheit und Lieb⸗ lichkeit, ſo daß der Name Marillis in der ganzen Gegend faſt noch mehr bekannt war, als der Reichthum ihres Vaters.

Deſſen ungeachtet wollte kein Menſch den