Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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die Thüre verſchloſſen blieb und kein Menſch aus⸗ und einging, die wachſende Neugierde der Leute; man ſah weder den alten Herrn zur gewohnten Zeit nach der Börſe gehen, noch wurde die Köchin mit dem Markteimer ſichtbar; die Milchverkäuferin, der Buttermann, der Metzger, der Bäcker, die Gemüſefrau, der Barbierge⸗ hülfe, der Zeitungsträger, Alle läuteten zur beſtimmten Stunde vergebens und wiederholt an der Hausſchelle, die Pforte that ſich keinem auf, und doch rauchten bei Tage die Schornſteine, doch ſah man Abends die Wohn⸗ ſtube erleuchtet, hörte Klavierſpiel und unterſchied deut⸗ lich hinter den Fenſterſcheiben die ehrwürdige Geſtalt des alten Herrn mit der ſchottiſchen Mütze auf dem kahlen Scheitel und der unvermeiblichen glimmenden Cigarre im Munde. Selbſt die Makler und andere Geſchäftsleute aus der kaufmänniſchen Welt, die ſonſt täglich mit Herrn Franke zu verkehren hatten, ſahen mit verwunderten und beſtürzten Blicken an dem geheimniß⸗ vollen Haus hinan, ſchüttelten nach drei⸗ und viermaligem Läuten der Glocke immer bedenklicher die Köpfe und gingen nur zögernd wieder von dannen.

Unter ſolchen Umſtänden konnte es nicht fehlen, daß die Frage, was dies Alles zu bedeuten habe, ſich bald aus der näheren Umgebung des Kloſterhofs in weitere Kreiſe verbreitete; einzelne entfernt wohnende Bekannten des Hauſes kamen eigens, um ſich von der Wahrheit