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des umlaufenden Gerüchts zu überzengen; auch die Freun⸗ dinnen der Mädchen zog die Neugierde herbei, der viel⸗ beſprochene Vorfall mit dem alten Herrn Franke auf dem Balle ſeines Sohnes Carlos erhielt dadurch ein neues Ferment, man wollte wiſſen— man hatte gehört — es war erzählt worden— es verlautete ſelbſt— nein, wer hätte das gedacht— aber es war ja nach Alledem und Alledem kaum anders zu erwarten geweſen —— kurz, alle die Redensarten und Gewohnheits⸗ phraſen, womit die Menſchen ſich untereinander über eine Sache zu verſtändigen pflegen, von der im Grunde Niemand etwas Beſtimmtes weiß, wurden in raſchem Conſum verbraucht und zuletzt— das war des Pudels eigentlicher Kern— kam man dahin überein, daß ſo Etwas überhaupt nur im Kloſterhof geſchehen könne, was? wußte freilich kein Menſch ſo recht zu ſagen. Hatte Herr Felix ſein ohnedies kaum noch nennens⸗ werthes Geſchäft vollſtändig quittirt? War der unglück⸗ liche Kaufmann aus einem paſſionirten Katzenfreund ein mit Gott und Welt zerfallener Menſchenfeind geworden? Oder ſollte der Kloſterhof etwa künftig als Tempel der Veſta gelten, da man joa ſelbſt am Tage durch das Fen⸗ ſter über der Thüre die Laterne der Hausflur wie eine ewige Lampe brennen ſah? Oder waren die drei holden „Frankenkinder“ übereingekommen, ſich als moderne Dorn⸗ röslein von den Hecken und Gebüſchen des Gartens


