Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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Rechten zu ſitzen. Herrlich! Herrlich! Dann thun ſich die Pforten unſerer Altjungfernburg von ſelber wieder auf!

Bis dahin aber muß Alles im Hauſe ſeinen gewohn⸗ ten Gang gehen, ſagte Eliſabeth. Je mehr der Vater fich überzeugt, daß wir hinter Schloß und Riegel die nämlichen ſind, wie in der Freiheit, um ſo ſchneller wird ſeine Furcht ſchwinden, uns den Anfechtungen der Welt wieder auszuſetzen. Jetzt will ich an Ludwig und Anna ſchreiben und ihnen von den Vorgängen des heutigen Morgens, beſonders was den Doctor Strohmetz anbe⸗ trifft, Nachricht geben. Friederike wird die Briefe über⸗ bringen, das Weitere müſſen wir in Geduld abwarten.

Die Nachbarn des Kloſterhofs, obwohl ſeit Jahren an die Wunderlichkeiten und eigenſinnigen Launen ſeines Beſitzers gewöhnt, erſtaunten doch nicht wenig, als plötz⸗ lich ſämmtliche Fenſterläden des unteren Stocks geſchloſ⸗ ſen wurden und alle Perſonen, welche Einlaß begehrten, unverrichteter Sache wieder abziehen mußten. Man würde ſchon am folgenden Tag auf die ſeltſamſten Muth⸗ maßungen über dieſe plötzliche räthſelhafte Abſperrung verfallen ſein, hätte man nicht an den Fenſtern der bei⸗ den oberen Stockwerke zuweilen das muntere Geſicht von einem der drei Mädchen geſehen, die ihren Be⸗ kannten aus der Nachbarſchaft freundlich wie ſonſt zu⸗ nickten und in Allem guter Dinge zu ſein ſchienen. Dennoch erregte der Umſtand, daß auch am dritten Tage